Chronik von Oberknöringen


Oberknöringen, ein ländlich geprägtes Dorf, liegt am westlichen Stadtrand von Burgau (Schwaben). Mittelpunkt des Ortes ist die "Antoniusskapelle", 1765 erbaut und dem Schutzpatron des Dorfes geweiht. Dieses veranlasste uns, auf dieser Tradition aufzubauen und das Kirchlein in unser Vereinswappen aufzunehmen und auf der neuen Fahnen zu verewigen.

Frühgeschichtlich ist der Zusammenhang mit Unterknöringen unerlässlich. Das Schloss, die Kirche und später die Schule prägen seit dem 12. Jahrhundert die Geschehnisse von "Knöringen".

Die Namensgebung des Ortes könnte auf "Knoro", einem alemannischen Sippenältesten, zurückführen. Chronisten überliefern, dass bereits 1140 ein Konrad von Wallenstein in Knöringen Güter besaß. Der Besitz, Schloss und Ort, wechselte im Laufe der Jahrzehnte öfters, so an das Kloster Ursberg 1209. In den folgenden Jahren wird ein Ulrich von Knöringen und Heinrich von Knöringen 1257-1262 genannt. (Abt zu Ursberg).

Ab Mitte des 13. Jahrhunderts standen die Herren von Knöringen im Dienste der Markgrafschaft Burgau und wurden für treuen militärischen Beistand durch Güterzuwachs belohnt.

Die Herrschaft von Knöringen besaß im 14. Jahrhundert innerhalb der Markgrafschaft Burgau 30 Eigen-, Lehen- oder Pfandschaftsbesitze. Besonders Hans von Knöringen war sehr wohlhabend und ließ sich 1438 die Stadt Günzburg und die Herrschaft Reisensburg gegen 15.000 bare Gulden verpfänden.

Die alte gotische Kirche in Unterknöringen wurde 1481 von den Söhnen Konrad und Eitelhands von Knöringen erbaut und 1484 geweiht. Der berühmte Fürstbischof "Heinrich von Knöringen" stiftete 1546 die kostbare Monstranz.

In der Folgezeit verschuldeten sich die Nachkommen der Herrschaft von Knöringen stark, Schloss und Ort wurden 1575 um 47.000 Gulden verkauft. 1692 wechselte der Grundbesitz von Heinrich von Knöringen an von Rehlingen, dem Gemahl von Isabella Maria von Knöringen. Der letzte Besitzwechsel der von Knöringen fand 1750 statt. Damals erwarb Johann Christoph von Freyberg zu Hürbel Schloss und Gut.

Aufzeichnungen um 1750 von "Johann Lambert Kolleffel" besagen:
Ober-Knöringen, "Ein Weyler von 29 Feuerstätten, darunter 17 dem Baron Freyberg von Hürbel, die der Ritterschaft, und dann die übrigen 12 so nach Ehingen unter den neuberittenen Orten collectiren, der Stadt Burgau gehören. Die hohe Gerichtsbarkeit ist Österr. Burgau, die niedere den Besitzern."

Mit Beginn des 19. Jahrhunderts waren die Bewohner von Oberknöringen noch ohne jeden Grundbesitz. Die Feuerstätten, Äcker und Wiesen gehörten Baron von Freyberg, der Stadt Burgau und deren Bürgern. Damals wurde der Lebensunterhalt von den Einwohnern von Knöringen größtenteils durch Hausierhandel, Musikmachen und Torfstechen bestritten.

Durch harte Arbeit gelang es einigen Bürgern in den folgenden Jahrzehnten Grund und Boden von insgesamt ca. 250 Tagwerk zu erwerben. Dies war nur durch äußerste Sparsamkeit und Entbehrung möglich und verdient heute noch Anerkennung.

Nach amtlichen Unterlagen fand die erste Versammlung der Gemeinde Oberknöringen am 30.10.1836 statt. Hier wurde Johannes Hinle zum Gemeindevorsteher gewählt. Sein jährlicher Sold wurde auf 33 Gulden festgelegt.

Pflichtbewusste Bürgermeister u. Gemeinderäte folgten und bemühten sich bestens um das Gemeindewohl. Oberknöringen zählt heute ca. 790 Einwohner und wurde durch die Gebietsreform 1978 Stadtteil von Burgau.

Wenigen Bürger der Gemeinde Oberknöringen dürfte jedoch bekannt sein, dass Ober- und Unterknöringen bereits im Jahre 1885 in die Stadt Burgau vereint werden sollten. Mit Verfügung des königlichen Bezirksamtes Günzburg vom 17.01.1884 wurde der Stadtmagistrat Burgau beauftragt, bezüglich der Vereinigung der 3 Gemeinden Beschluss zu fassen.

"In der Sitzung vom 30.12.1884 hat der Stadtmagistrat Burgau einstimmig beschlossen, von einer diesbezüglichen Beschlussfassung abzusehen. Trotz dieser ablehnenden Haltung wolle die Vertretung der Stadtgemeinde Burgau die freundnachbarlichen Beziehungen zu Ober- und Unterknöringen aufrechterhalten."


ehemalige Braugaststätte Gleich in Oberknöringen